DENN VON ZION WIRD WEISUNG AUSGEHEN
Jesaja 2,1-5
Leitvers 2,3
„und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem.“
I. Der Berg des Herrn wird höher sein als alle Berge (1.2)
Sehen wir uns Vers 1 an: „Dies ist’s, was Jesaja, der Sohn des Amoz, geschaut hat über Juda und Jerusalem.“ Jesaja war ein Prophet, der im 8. Jahrhundert vor Christus zur Zeit der König Uzija, Jotam, Ahas und Hiskia lebte. Er verkündigte dem Volk Israel sowohl das bevorstehende Gericht Gottes wegen ihrer Sünden und Gottlosigkeit, als auch die herrliche Verheißung des Messias und des kommenden Reiches Gottes. In Kapitel 1 finden wir die Ankündigung von Gottes Strafgericht für sein Volk, das trotz des reichlichen Segens Gottes seinen Schöpfer vergessen hatte und von ihm abgefallen war. Sie waren dümmer als Ochsen und Esel. Sie waren tief in Sünden verstrickt, die blutrot waren. Sie waren wie Sodom und Gomorra geworden. Sie mussten Gottes Strafgericht erfahren. Aber trotz dieser entmutigenden Realität sah Jesaja in Kapitel 2 in einer herrlichen Vision auf die „letzte Zeit“ voraus. Die letzte Zeit bezieht sicht hier auf die Zeit, in der Israel durch den Glauben an Jesus wiederhergestellt und als ein Königreich von Priestern für die ganze Welt gebraucht wird. Schon in Exodus 19,5.6 hatte Gott seine Hoffnung für Israel offenbart, es als ein Königreich von Priestern für die ganze Welt zu gebrauchen. Aber wegen ihrer Sünde und Rebellion wurden sie nutzlos und mussten Gottes Strafe erfahren. Doch unabhängig von ihrem aktuellen Zustand leuchtet Gottes Hoffnung unveränderlich.
Worin besteht die Hoffnung und Vision Gottes? Sehen wir uns Vers 2 an: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und all Heiden werden herzulaufen.“ Der Berg des Herrn ist der Berg Zion, auf dem der Tempel in Jerusalem gebaut wurde und den Gott als ein Bethaus für alle Völker bestimmt hatte. Dies war im Alten Testament der Ort, wo Gott wohnt und wo alle Menschen Gott anbeten und ihm begegnen konnten. Geographisch oder Politisch gesehen ist Zion natürlich nicht der höchste Berg. Nicht einmal in Israel ist es der höchste Berg. Aber geistlich gesehen würde der Berg des Herrn der höchste Berg sein. In der Geschichte hat jedes Volk seine eigene Größe entwickelt, auf die es besonders stolz ist, z.B. in Kultur, Politik, Sport oder Technik. Oft haben sich auch die Völker mit einem besonders großen oder schönen Berg in ihrem Land identifiziert. Die Deutschen könnten z.B. auf ihre Dichter und Denker oder auf ihre präzise Technik oder ihre Autos stolz sein. Aber egal, welche großen Dinge ein Volk erreicht oder hervorgebracht hat, müssen alle zum Berg des Herrn kommen, nämlich um das Wort Gottes zu hören. Jedes Volk braucht zuerst das Wort Gottes, vor allen kulturellen, gesellschaftlichen oder technischen Errungenschaften.
Wenn wir das Neue Testament studieren, erkennen wir, dass der Berg des Herrn nicht nur in Jerusalem steht. Gemäß Jesu Aussage ist jeder Gläubige ein Tempel des Heiligen Geistes. Darum ist jeder Christ und jede Gemeinde ein solcher Berg des Herrn. Weil wir Gottes Wort haben, werden ganz bestimmt viele Menschen herzukommen und gerne mit uns das Wort Gottes in der Bibel studieren. Auch wenn das ELW oft schwierig erscheint, sollen wir daran glauben, dass sicher viele Heiden zu uns herzulaufen werden, um Gottes Wort zu studieren, um Jesus kennen zu lernen und die wahre Orientierung für ihr Leben zu finden.
II. Viele Völker werden kommen, um Gottes Wort zu studieren (3)
Vers 3 sagt: „Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem.“ Hier sehen wir, dass alle Völker einen großen geistlichen Durst nach dem Wort Gottes haben. Sie werden anerkennen, dass Gott der einzige Gott ist und dass alleine ein Leben nach dem Wort Gottes ein gesegnetes Leben ist. Sie werden sich sogar gegenseitig ermutigen, Gottes Wort fleißig zu studieren.
Normalerweise hat jeder Mensch seinen eigenen Stolz und seinen eigenen Weg des Lebens. Aber zur letzten Zeit werden alle Heiden erkennen, dass alleine Gottes Weg sie zur Seligkeit führt. Darum möchten sie das Wort Gottes tiefgehende studieren und ihm in ihrem praktischen Leben gehorchen. Sie möchten auf Gottes Wegen wandeln. Sie möchten auf Gottes Steigen zum Himmelreich emporsteigen.
Warum kommen sie dann zum Berg des Herrn? Vers 3b sagt, dass von Zion Weisung ausgeht und des Herrn Wort von Jerusalem. In dieser Welt gibt es keine absolute Whrheit und keine wahre Hoffnung. Darum setzen die Menschen auf alle möglichen Dinge ihre Hoffnung. Aber alle diese Dinge können den Menschen keine wahre Hoffnung geben, schon gar nicht über den Tod hinaus. Aber wo es Gottes Wort gibt, da gibt es Weisung, da gibt es Hoffnung, da gibt es die Vision und den Sinn des Lebens. Gottes Gemeinde ist ein Ort, wo es Gottes Wort gibt.
III. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen (4.5)
Was ist dann die Folge dieses intensiven Bibelstudiums? Sehen wir uns den Vers 2 an: „Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ Dieser Vers besagt, dass Gott zunächst der souveräne Richter ist, der alle Völker zurechtweist. Dieser Vers besagt auch, dass Gottes Herrschaft unter den Heiden eine großartige Veränderung bewirkt.
In unserer von Neid, Hass und Eifersucht beherrschten Welt, scheint es keinen wahren Frieden zu geben. Das vergangene Jahrhundert hat zwei Weltkriege von vorher ungeahntem Ausmaß gesehen. Auch jetzt toben in vielen Ländern Kriege. Es scheint unmöglich zu sein, dass irgendwie Frieden einkehren könnte. Aber Gottes Wort hat eine großartige Veränderungsmacht. Wenn die Menschen Gottes Wort studieren und Gottes Wort gehorchen, dann können sie den wahren Frieden mit Gott empfangen und dann können sie auch in Frieden zusammenleben. Sie werden nicht mehr lernen Krieg zu führen. Sie werden vielmehr mit Pflug und Sichel fleißig arbeiten.
Sehen wir uns Vers 5 an: „Kommt nun ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!“ Dies ist Gottes Ermahnung und Aufruf an sein Volk, gemäß dem Wort Gottes zu leben. In dem wir zuerst im Licht des Herrn wandeln, kann Gott seinen großen Willen durch uns erfüllen. Viele Heiden werden zu uns kommen, um das Wort Gottes in der Bibel zu studieren und Gott zu gehorchen. Gott wird uns als ein geistliches HQ für sein Werk der Weltmission gebrauchen.
Ich danke Gott, dass er mich durch die heutige Botschaft groß ermutigt hat, dass Gott unser Werk als ein Zion für das Werk Gottes gebrauchen möchte. Das Volk Israel war ein kleines Volk. Doch Gott hat diese Volk erhoben und zu einer Priesternation gemacht, weil sie von Gott berufen waren und Gottes Wort hatten. Jesaja sah diese Vision Gottes unabhängig von der jetzigen Situation des Volkes. Das Volk war abtrünnig gegenüber der Gnade Gottes und sie handelten ganz anders. Doch Jesaja sah große Hoffnung, weil Gott durch sie den Messias der Welt senden wollte. In dieser Zeit sieht auch die geistliche Situation von Deutschland nicht gut aus. Viele Menschen in Deutschland haben keinen Glauben an das Wort Gottes und keine Hoffnung auf ihre Zukunft. Sie leiden unter der Sündenmacht und finden keinen wahren Sinn ihres Lebens. Die Bibel wurde für sie ein Märchenbuch und ein Glaubensleben ein Alternativ von vielen Wegen. Humanismus und Relativismus ist vorherrschend. Menschen sehen keine wirkliche Hoffnung in ihrem Leben. Doch Gottes Sichtweise ist anders. Gott hat dieses Volk in seiner Heilsgeschichte kostbar gebraucht und er möchte noch mal Deutschland zu einem bibelgläubigen Land verändern. Er möchte viele entschlossene Bibellehrer und verantwortungsvolle geistliche Leiter für die jungen Menschen in diesem Land aufstellen. Gott möchte durch Deutschland Europa und Welt verändern und alle 1.700 Unis in Europa pionieren und auch viele moslemische Länder und China und Nord-Korea. Viele Menschen besonders Studenten am Campus werden zu uns kommen, um Gottes Wort zu studieren. Hier darf ich erkennen, dass ich mich stets als einen tüchtigen Bibellehrer und verantwortlichen geistlichen Leiter trainieren und mit der Vision Gottes dem Werk Gottes dienen darf. In meiner Verantwortungslosigkeit dachte ich oft, dass meine Rolle im Werk Gottes nicht so wichtig sei. Ich vernachlässigte vor allem meinen Worts- und Gebetskampf, indem ich keine klare Priorität auf das Wort Gottes setzte. Ich danke Gott, dass er mir erlaubt, mit dem brennenden Hirtenherzen aktiv Gottes Wort zu den Studenten weiterzugeben und mit dem Verantwortungsbewusstsein der Weltmission verantwortlich zu dienen. Ich danke Gott, dass er auch in diesem Jahr ESKB in Eringerfeld segnen und sie als einen Meilen Stein für die Europa- und Weltmission kostbar gebrauchen möchte. Gott möge uns helfen, durch diese Konferenz auch unsere Vision für die Weltmission zu erneuern und mit der Vision Gottes Werk siegreich und fruchtvoll zu dienen. Gott möge durch uns alle 1700 Unis in Europa pionieren und unser Werk als ein geistliches Zion für die Weltmission kostbar gebrauchen.
Ein Wort: Von Zion wird Weisung ausgehen!




